Praxisinternist

Coronaravirus-Pandemie

Falls Sie Erkältungsymptome, Husten, Atemnot oder Fieber haben, müssen Sie dies bei der Terminvereinbarung unbedingt erwähnen und nicht erst anlässlich der Konsultation, sonst gefährden Sie mich als behandelnder Arzt und andere Patienten.

Covid-19 geht uns alle an, denn jeder kann schwer erkranken und daran sterben, wenngleich nicht mit dem gleichen Risiko. Es trifft tatsächlich eher ältere Mitmenschen und Menschen aller Alterskategorien, die nicht ganz gesund oder chronisch krank sind - sie alle verdienen unseren Schutz. Seien Sie kein Egoist, sondern übernehmen Sie Verantwortung!

Antworten auf häufige Fragen

Wie lange dauert es von der Ansteckung bis zum Auftreten von Symptomen? Die sogenannte Inkubationszeit beträgt in der Regel fünf bis sechs Tagen bei einer Spannweite von einem Tag bis zu zwei Wochen.

Wird jeder Infizierte auch krank?  Nein. Gemäss Untersuchungen erkranken 50 bis 80 Prozent, aber auch infizierte Personen, die nicht erkranken, können das Virus weiterverbreiten.

Wie rasch breitet sich die Infektion aus? Die sogenannte Reproduktionszahl gibt an, wieviele Personen ein Infizierter ansteckt. Ohne Gegenmassnahmen lag diese Zahl bei 2-3. Die Pandemie ist nur unter Kontrolle zu bringen wenn diese Grösse unter 1 bleibt. Seit Lockerung der Massnahmen ist diese Zahl leider wie wieder etwas angestiegen.

Welches sind die typischen Symptome einer Infektion mit dem neuen Corona-Virus? Erkältungssymtpome, Husten, Fieber, Atemnot und Verlust des Geruch- oder Geschmacksinn sind die häufigsten Symptome. Hin und wieder besteht Durchfall, dabei wir der Erreger auch im Stuhl ausgeschieden.

Wie verläuft die typische Infektion und welches sind die Komplikationen? Bei vielen Menschen verläuft die Erkrankung glücklicherweise mild und heilt folgenlos ab. In allen Alterskategorien kommen aber schwere Verläufe vor, die eine Spitalbehandlung erfordert. In der Schweiz waren 40 Prozent der Patienten auf der Intensivstation im Alter zwischen 40 und 60 Jahren. Mit zunehmendemm Alter und bei Vorliegen von Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Herz- oder Lungenkrankheiten, Diabetes und Immunschwäche steigt das Risiko für Komplikationen und Tod infolge einer Lungenentzündung mit Atemnotsyndrom und Gerinnungsstörungen mit Organversagen. Es ist zynisch bei Covid-19 von einer harmlosen Viruserkrankung zu reden.

Wie lange ist ein Erkrankter mit komplikationslosem Verlauf ansteckend? Man geht heute davon aus, dass 10 Tage nach Symptombeginn und mindestens zwei Tage Beschwerdefreiheit die Viruslast so weit abgesunken ist, dass keine Ansteckungsgefahr mehr besteht. Allerdings sind die heutigen PCR-Test so empfindlich, dass sie auch noch drei bis vier Wochen nach Erkrankungsbeginn positiv ausfallen können, ohne dass der Betroffene für andere eine Gefahr darstellt.

Kann das Virus auf Oberflächen überleben? Das Corona-Virus kann je nach Oberfläche mehrere Stunden bis wenige Tage überleben, jedoch scheint eine Ansteckung auf diesem Wege epidemiologisch unbedeutend zu sein. Am längsten scheint das Virus auf Plastikoberflächen überlebensfähig zu sein, weniger auf Metall oder Stoff. Der Hauptübertragungswege ist und bleibt aber die Tröpfeninfektion.

Wann wird es eine Impfung geben? Es gibt über 120 Impfstoffe in unterschiedlichen Entwicklungsphasen. Für einige Impfstoffe sind bereits Versuche beim Menschen am Laufen. Bis die nötigen Belege der Wirksamkeit und Sicherheit den Zulassungsbehörden eingereicht werden können, dürften selbst in einem beschleunigten Verfahren noch Monate verstreichen. Danach muss der Impfstoff in genügender Menge produziert werden können, was je nach Technologie Wochen bis Monate in Anspruch nehmen kann. Bis es soweit ist, müssen wir uns wohl oder übel mit Virus arrangieren. Bei einigen Impfstoffen gibt es auch Sicherheitsbedenken, handelt es sich zum Teil um völlig neue Methoden. Es muss sichergestellt sein, dass der Impfstoff wirksam und sicher ist.  Weiterführende Informationen zum Thema Impfstoff finden Sie hier.

Wie können weitere Wellen verhindert werden? Weiterhin gilt es konsequet Distanz von mindestens 1.5 Meter zu anderen Menschen, mit denen man nicht im gleichen Haushalt lebt, der Verzicht auf das Händeschütteln und das regelmässige Händewaschen einzuhalten. Überall dort, wo die Distanz nicht einzuhalten ist, sollte eine Maske getragen werden.

Wäre es nicht besser eine Durchseuchung zuzulassen? Die Beendigung der Pandemie durch Herdenimmunität würde zu viele Opfer fordern. Der relative rasche Abfall der Antikörpertiter innerhalb weniger Monate könnte zudem bedeuten, dass die Immunität nur kurz anhält und danacheine erneute Ansteckung möglich ist. Wir wissen noch nicht einmal, ob eine Zweitinfektion harmloser oder sogar schlimmer verläuft.

Wann soll ich mich testen lassen? Ein PCR-Test macht weiterhin nur Sinn, wenn verdächtige Symptome vorliegen. Wenn Sie Kontakt mit einer angesteckten Person hatten, aber keine Symptome haben, ist ein Test nicht sinnvoll. Bis zum Vorliegen des Testergebnisses dauert es in der Regel 24 Stunden. Die Antikörpertest werden zwar immer spezifischer, aber solange die Durchseuchung tief ist, gibt zu viele falsch positive Ergebnisse, d.h. der Test ist positiv, aber man ist trotzdem nicht immun. Es gibt also weiterhin keine zuverlässige Möglichkeit, um eine Immunität gegen Covid-19 nachzuweisen. Und selbst wenn es soweit ist, wissen wir heute noch nicht, wie lange die Immunität anhält - es könnten auch nur wenige Monate sein.

Gewisse Blutdrucksenker könnten das Risiko für schwere Verläufe erhöhen? War eine reine Vermutung, die sich nicht bestätigt hat. Eine Anpassung der Blutdruckmedikation wegen Covid-19 ist nicht angezeigt.

Soll ich eine Maske tragen? Das Tragen der Maske macht überall dort Sinn, wo die physische Distanz von zwei Metern nicht eingehalten werden kann, inbesondere für gefährdete Personen. Das Kreuzen von anderen Menschen in einem Laden oder beim Spazieren dürfte hingegen kein relevantes Risiko darstellen, solange man nicht spricht oder stark geatmet wird, wie z.B. beim Joggen. Leider fehlt es oft an der gegenseitigen Rücksichtsnahme.

Soll ich die App Covid-19 vom Bundesamt für Gesundheit herunterladen? Unbedingt! Je höher die Verbreitung, desto grösser der Nutzen, auch für diejenigen, die nicht über ein Smartphone verfügen, profitieren indirekt.